Die ungeheure, schweigende Leere, die wir als Tod empfinden, ist in Wahrheit erfüllt von dem Urgeheimnis, das wir Gott nennen, von seinem reinen Licht und seiner alles nehmenden und alles schenkenden Liebe.
Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn: "Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"
Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."
Herr, höre mein Gebet
und lass mein Schreien zu dir kommen!
Ich bin wie eine Eule in der Wüste,
wie ein Käuzchen in zerstörten Städten.
Ich wache und klage
wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
Meine Tage sind dahin wie ein Schatten
und ich verdorre, wie Gras.
Herr, schau von deiner heiligen Höhe
und sieh Himmel und Erde!
Stehaufmännchen
Ob es raufgeht oder runter,
manchmal drüber oder drunter,
einmal geht es fast hinüber,
doch es kommt grad noch herüber -
damit es Jede, Jeder weiß:
Der mich trägt und hochreißt
- immer wieder -
ist gewiss
SEIN HEIL'GER GEIST!
Manchmal scheint die Kraft des Lebens durch uns hindurch, auch wenn wir das selber nicht bemerken. Einfach durch das, was wir sind, werden wir zu einem Segen für andere.
Wir sehen Antworten zerfallen,
probieren neu Gedanken aus.
Balancieren auf Fragen
und rutschen nicht aus.
Wir finden Halt in einem Wort
und langsam schweigt, was an uns nagte.
„Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde,
welches geschieht durch Gnade.“ (Hebräerbrief 13,9b)
Gestern traf ich mich mit einer Freundin. Ihr Mann ist vor 7 Jahren gestorben. Da war sie noch jung. Ist sie heute noch. Gestern sagte sie: Ich habe durch seinen Tod so viel gelernt, bin so stark und überzeugt geworden. Und kann andere heute viel besser verstehen. Er hat mir selbst durch seinen Tod noch so viel geschenkt. Und ja, ich finde, da hat sie recht.
Und ich sah die heilige Stadt: das neue Jerusalem.
[...] Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: »Sieh her: Gottes Wohnung ist bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein.
Er wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz. Denn was früher war, ist vergangen.«
Er schenke dir immer neu die Gnade der Wüste: Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung. Er gebe uns allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein Gesicht zu geben. Es segne dich der Herr.
Das Geheimnis Gottes wird sich dem erschließen, der sich ihm überlässt und es dabei aushält, dass es fremd bleibt, so lange wir Menschen sind auf Erden.
Wir tasten und suchen,
und finden und halten
und lassen los und suchen neu.
Wir brechen auf und sind zu Hause,
und reisen durch die Zeit.
„Jesus Christus, gestern und heute
und derselbe auch in Ewigkeit.“
Niemand scheint mir unglücklicher als ein Mensch, dem nie eine Widrigkeit zugestoßen ist, denn es ist ihm nicht vergönnt, sich und seine Kraft kennen zu lernen.
Was uns in der Taufe versprochen wurde, gilt über unseren Tod hinaus: "Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der HERR kennt die Seinen!"
Gott berühre dich zärtlich, er streichle Deine Seele,
umhülle dich sanft mit seiner Liebe
und küsse die Hoffnung in dir wach.
Gott berühre dich kräftig, er ebne Deine Wege,
räume alle Hindernisse zur Seite
und schenke dir langen Atem.
Ich fragte einmal einen Mann, der wusste, dass er bald sterben würde, was er von denen, die ihn pflegten, am meisten erwarte. Er antwortete mir: "Dass jemand zumindest den Versuch macht, mich zu verstehen."
Es ist sicherlich unmöglich, einen anderen Menschen ganz und gar zu verstehen. Aber ich habe nie vergessen, dass es ja nicht der Erfolg war, um den er gebeten hatte, sondern nur um genug Interesse, es wenigstens zu versuchen...!
Erklimme die Berge und spüre die gute Energie. Der Friede in der Natur wird in dich fließen, wie der Sonnenschein, der die Bäume nährt. Der Wind wird dich erfrischen und alle deine Sorgen werden abfallen von dir.
Der Himmel wird sich zur Erde verhalten wie der Genfer Teilchenbeschleuniger zu einem Rechenschieber, wie ein 3-D-IMAX-Kinofilm zu einer Höhlenwandskizze, wie Beethovens Neunte zu einem Crazy-Frog-Klingelton, wie Kamasutra zu einem Genossenkuss.
Der Himmel ist Seinsverlängerung, Seinserweiterung, Seinssteigerung.
Sein in Perfektion: Babylächeln, Supernova, Heiliges Abendmahl. Alles.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann und man sollte es auch gar nicht versuchen, man muss es einfach aus- und durchhalten
Stehe nicht an meinem Grab und weine. Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht. Ich bin die tausend Winde, die wehen. Ich bin der Diamantglanz auf dem Schnee. Ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn. Ich bin der warme Herbstregen. Wenn Du aufwachst in der Morgenstille, bin ich der Flügelschlag der stummen Vögel. Ich bin die sanften Sterne, die nachts leuchten. Stehe nicht an meinem Grab und weine. Ich bin nicht dort. Ich bin nicht tot.
Die Sonne geht auf, weit über dem Meer,
Wellen und Wolken funkeln so sehr;
was für ein Jubeln – man hört es nicht,
und fühlt es doch: jetzt kommt das Licht.
Nach einem dänischen Liedtext von Jakob Knudsen 1858 – 1917
"Kennt auch dich und hat dich lieb" singen wir im Lied "Weißt du wieviel Sternlein stehen". Was für ein tröstlicher Gedanke, bei Gott bekannt zu sein und zu wissen, dass da einer ist, der mich lieb hat, komme, was da wolle.
Dein gutes Herz hat aufgehört zu schlagen
und wollte doch so gern noch bei uns sein.
Gott hilft uns, diesen Schmerz zu tragen,
denn ohne Dich wird manches anders sein.
"Meine Augen sehen stets auf den Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netz ziehen." (Psalm 25,15)
Ein vertrauens- und hoffnungsvoller Satz: Man entdeckt Wege, die aus Schwierigkeiten herausführen... Man schaut jemanden ins Gesicht, hilfesuchend, so dass er oder sie weiß, was mit einem los ist und beistehen kann...
Wo keine Wolke mehr sich türmt,
noch Nacht die Welt umhüllt,
dort steht die Wohnung mir bereit,
die all mein Heimweh stillt.
Ich hab ein Heim, es wartet mein,
ein Heim, von Gott erbaut!
Solange Gottes Liebe währt,
ist dort mein Heim so traut.
ich lese
in deinem Buch der Natur
von Schönheit und Anmut
und Kampf und Tod
alles ist in dir
gewogen und gehalten
und doch nicht vollendet
du bist noch an der Arbeit
Die ganze Menschheit stammt von einem Autor und stellt ein großes Buch dar. Wenn ein Mensch stirbt, wird das Kapitel nicht aus dem Buch herausgerissen, sondern in eine bessere Sprache übersetzt: Am Ende muss jedes Kapitel in dieser Art übersetzt werden.
Man kann eine Situation der Vergangenheit mit der gleichen Frische erleben, als geschehe sie im Hier und Jetzt; man kann die Vergangenheit ins Leben zurückrufen, die Toten auferstehen lassen, symbolisch gesprochen. Soweit einem dies gelingt, hört die Vergangenheit auf, vergangen zu sein, sie ist das Hier und Jetzt.
(Bild: Von Arturo Espinosa - https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35350825)
Wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.
Was bleibt, ist die Liebe. Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe - das einzig Bleibende, der einzige Sinn.
"Für solche, die an Christus glauben, hängt alles davon ab, inwieweit sie sich von der Kraft Christi als innere Entwicklungsdynamik über die Grenzen ihres kleinen Ichs hinaustragen lassen, ob ihnen inneres Wachstum mehr bedeutet, als äußerer Erfolg"
Ich weiß und fühle es, dass mein Leben sich seinem Ende zuneigt.
Und doch fühle ich auch am Ende jedes Tages, dass dieses irdische Leben in ein neues, mir noch unbekanntes, aber schon deutlich gespürtes Leben übergeht.
Nicht fertig werden
die Herzschläge nicht zählen
Delphine tanzen lassen
Länder aufstöbern
aus Worten Welten rufen
horchen, was Bach zu sagen hat,
Tolstoi bewundern
sich freuen
trauern
höher leben
tiefer leben
noch und noch
nicht fertig werden
Zuerst sind die Wellen 30 Meter hoch und brechen ohne Gnade auf dich ein. Sie kommen im Abstand von 10 Sekunden und geben dir nicht einmal die Zeit, nach Luft zu schnappen. Alles, was du tun kannst, ist durchhalten und schwimmen.
Nach einer Weile, vielleicht Wochen, vielleicht Monaten, wirst du merken, dass die Wellen immer noch 30 Meter hoch sind, aber sie kommen in größeren Abständen. Wenn sie kommen, dann brechen sie immer noch auf dich ein und werfen dich aus der Bahn. Aber dazwischen kannst du atmen, kannst funktionieren.
Du weißt nie, was die Trauer auslöst. Es könnte ein Lied sein, ein Bild, eine Straßenkreuzung. Es kann alles sein ... und die Wellen brechen auf dich ein. Aber zwischen den Wellen, da ist Leben.
Du durchdringest alles; / lass dein schönstes Lichte, / Herr, berühren mein Gesichte. / Wie die zarten Blumen / willig sich entfalten / und der Sonne stille halten, / lass mich so / still und froh / deine Strahlen fassen / und dich wirken lassen.
Das Leben stellt uns Fragen, eben die Lebensfragen, auf die wir antworten müsssen. Und diese Antworten sind verantwortete Antworten. Das heißt, wir antworten, indem wir unser Leben verantworten und verantworten können wir nicht in Worten, sondern letzten Endes nur in Taten.
Jesus sagt: "In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin euch die Stätte zu bereiten."
Wie wird der Befund aus dem Labor sein?
Geht mein Leben so weiter, wie ich es mir wünsche? Oder nicht!?
Gott, mein Gott, was soll ich beten?
Soll ich hoffen, dass es mir besser geht als andern?
Muss ich darum bitten, dass du mir hilfst, das Schlimmste zu verkraften?
Gott, ich weiß nicht, was ich beten soll, was ich beten darf, womit ich rechnen kann ...
Gib mir Kraft, Gott, und Hoffnung, bitte!
Lass mich darauf vetrauen, dass das Leben stark ist, dass du unser Leben willst.
Und dass das Leben nicht mal mit dem Tod endet - wann immer das sein muss.
Gott, bitte mach mir Mut, gib mir Hoffnung, Glaube und Liebe - über alle Vernunft.
"HERR, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast: Denn meine Augen haben den Heiland gesehen, das Heil und ein Licht, das erleuchtet."
Die Lebensbilanz von Zacharias, einem alten Mann, der keine Angst vor dem Tod hat.
So bunt war dein Leben -
da kann ich nur staunen.
Das Schiksal zeigte dir seine Launen,
aber du hast nie, nie aufgegeben.
Ich bin beindruckt von deinem Mut,
du hattest so viel Energie
und nicht nur in der Theorie
brachtest du unter einen Hut
die Arbeit, die Liebe und die Gedanken
über "Warum?" und "Wozu?" und "Wohin?".
Auch durch dich bin ich das, was ich heute bin.
Dafür will ich dir herzlich danken.
Wir sind die Menschen auf den Wiesen / bald sind wir die Menschen unter den Wiesen / und werden Wiesen und werden Wald / das wird ein heitrerer Landaufenthalt.
"Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein!"
Gerade wenn sich nach dem Tod eines Menschen die Trauer mit Wut mischt, weil er durch Bosheit umgekommen ist oder unter bösen Umständen starb, gerade dann versuche ich mich auf diesen Gedanken von Gandhi einzulassen.
Gottes Segen sei mit dir, wie eine Blüte.
die an Regentagen dein Gemüt aufhellt,
die der Heilige Geist in deine Seele pflanzt.
damit sie dir Freude und Zuversicht gibt.
Gott, tröste uns mit der Gewissheit,
das wir sind, wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist,
in deiner Nähe und deiner Liebe,
geschaffen für das Leben –
hier und in deinem Reich, wenn es vollkommen ist.
Die schwersten Wege werden alleine gegangen,
die Enttäuschung, der Verlust, das Opfer sind einsam.
Selbst der Tote der jedem Ruf antwortet
und sich keiner Bitte versagt
steht uns nicht bei
und sieht zu ob wir 's vermögen.
Die Hände der Lebenden, die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter.
Alle Vögel schweigen. Man hört nur den eigenen Schritt
und den Schritt,
den der Fuß noch nicht gegangen ist,
aber gehen wird.
Stehenbleiben und sich umdrehen hilft nicht.
Es muss gegangen sein.
Nimm eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben,
das kleine Licht atmet kaum.
Und doch
wenn du lange gegangen bist,
bleibt das Wunder nicht aus,
weil das Wunder immer geschieht,
und weil wir ohne die Gnade nicht leben können.
Die Kerze wird hell vom freien Atem des Tags,
du bläst sie lächelnd aus.
Wenn du in die Sonne trittst
und unter den blühenden Gärten die Stadt vor dir liegt,
und in deinem Hause dir der Tisch weiß gedeckt ist
und die verlierbaren Lebenden
und die unverlierbaren Toten
dir das Brot brechen
und den Wein reichen
und du ihre Stimme wieder hörst
ganz nahe
bei deinem Herzen.
Wird unsere Lebenseit nicht erst dadurch einmalig wertvoll, dass sie begrenzt ist? "Bedenkt, dass dieser Mensch eine sehr schöne Zeit gehabt hat", rät uns Ernest Hemingway und fährt dann fort: "Nichts wird dadurch besser, dass man es tausend mal hat ..."
Das Sterben ist wie das Müde-Werden und Erschöpft-Sein nach einem gefüllten langen Tag. Ich schlafe ein und wache in einer anderen Dimension auf, in einem Neuanfang, der jenseits aller Vorstellungskräfte liegt. Lichterglanz und Engel und eine vollkommene Gemeinschaft mit meinen Lieben werden da sein.
"Mit dem Tod umzugehen, ist die Schule des Glaubens." Auf dieses Lutherzitat wurde ich von Ayman, einem gläubigen Muslim, hingewiesen. Er sagt: "Der Tod ist die Erinnerung, dass wir Rechenschaft ablegen müssen vor Gott und dass wir in diesem Leben säen, was im jenseitigen Leben aufgehen wird."
Der Einzelne, der auf seine Eigenheit besteht, begnügt sich nicht mit dem einfachen Dazugehören, er will vielmehr in dem anerkannt werden, was ihn von anderen unterscheidet. Nicht das Gleichsein, sondern der Unterschied soll anerkannt werden.
"Geteiltes Leid ist halbes Leid", sagt man so. Ob das Leid wirklich "halb" wird, wenn andere es mit dir teilen? Auf jeden Fall tut es dem Herzen und der Seele gut, zu merken: Andere stützen und stärken dich in der schweren Zeit des Abschieds. Andere singen, wo du nicht singen kannst. Andere bitten für dich um Kraft, wo dir die Worte fehlen.
Dr. Andreas Lange (Bild: Vonecia Carswell auf www.unsplash.com)
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Psalm 121, 5.6
Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein. Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen. Du wirst manchmal dein Fenster öffnen, gerade so zum Vergnügen, und deine Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst - und lachst!
Wie viel Mühsal und Schmerzen es uns kostet, auf die Welt zu kommen, wissen wir nicht, aber sie wieder zu verlassen ist verbürgtermaßen keine Kleinigkeit.
Gottes Liebe wärme dich.
Gottes Gegenwart umstrahle dich.
Gottes Geist möge in dir sein.
Gottes Kraft soll in dir wirken.
Gottes Zärtlichkeit soll dich beschützen.
Gottes Friede soll dich umgeben.
Man muss Geduld haben, gegen das Ungelöste im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.
Die Sonne geht auf – ich werde es sehen,
der Schatten des Tods wird von uns gehen.
Was für ein Triumph, reine Seligkeit,
dass dein Licht, o Gott, immer bei uns bleibt.
Nach einem dänischen Liedtext von Jakob Knudsen 1858 – 1917
Wir wissen aber, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Durchhaltevermögen, Durchhaltevermögen aber Hoffnung. Und wer Hoffnung hat, verzweifelt nicht. Die Liebe Gottes lässt unsere Herzen höherschlagen und er gibt den Geist, der uns auf ihn vertrauen lässt.
Warum,
Gott – Schicksal – Leben oder wer auch immer,
warum lässt du mich gegen eine Wand rennen?
Mit dem Kopf voran möchte ich da durch,
möchte sie mit meiner Faust zertrümmern,
mit einem Flammenschwert in Brand stecken.
Ein Scheiß-Wand, eine Scheiß-Wut
vor mir und in mir und
Und was?
Ich kann mich nicht damit abfinden,
kann nicht umkehren und die Wand vergessen.
Genau hier stehe ich und stehe und stehe.
Ich will nicht aufgeben, dass da ein Sinn sein könnte.
Ein Sinn hinter der Wand – oder in der Wand?
Wenn es doch nur einen Sinn hätte.
Wenn ich ihn ahnen könnte
und finden?
Und wenn es weh tut
und wenn die Mauer bleibt
und ich nicht anders kann,
wenn es doch nur einen Sinn hat.
Ist das so?
Gibt es dich, willst du meine Wut?
ich will sie nicht – und kann sie doch nicht loslassen …
Jemand stirbt, und das ist, wie wenn ein Baum zur Erde stürzt. Aber wenn es ein Samen wäre, der in einer anderen Erde keimt?
Jemand stirbt, und das ist vielleicht, wie wenn in der Stille plötzlich eine Orgel einsetzt und die verstummte kleine Melodie eines Menschenlebens mit allen Registern neu spielt …
Fliege Sehnsucht!
Und lass dich vom Schnee nicht zum Schweigen bringen.
Es kommt die Zeit, wo die Elfen mit den Windböen um die Wette singen.
Sie kommt.
Schon bald.
Kann gar nicht anders sein.
Was für ein toller Leichenwagen! Und er passt: Der Mann, der in ihm vorgefahren wird, war ja auch ein Lebenskünstler. Die Grabrede beginne ich mit einem Zitat des wenige Tage davor gestorbenen Regisseurs Christoph Schlingensief: "Ich liebe dieses Leben … wie toll es ist, auf der Erde zu sein." Bescheidenheit muss auf dem Friedhof keineswegs zum Pflichtprogramm werden!
Freudvoll
Und leidvoll
Gedankenvoll sein,
Langen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt;
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
wir fahren
gemeinsam
in kleinen booten
todwärts
es gibt kein ziel
in unserem wollen
und keinen plan
beim emsigen rudern
nur die sterne
als begleiter
und den fahlen mond
zum trost
wir sollten den wellen
vertrauen
und den sturm
auf einen drink
einladen
Die Mutigen wissen
Dass sie nicht auferstehen
Dass kein Fleisch um sie wächst
Am jüngsten Morgen
Dass sie nichts mehr erinnern
Niemandem wiederbegegnen
Dass nichts ihrer wartet
Keine Seligkeit
Keine Folter
Ich
Bin nicht mutig
Wie heimlicher Weise
Ein Engelein leise
Mit rosigen Füßen
Die Erde betritt,
So nahte der Morgen.
Jauchzt ihm, ihr Frommen,
Ein heilig Willkommen,
Ein heilig Willkommen!
Herz, jauchze du mit!
In Ihm sei's begonnen,
Der Monde und Sonnen
An blauen Gezelten
Des Himmels bewegt.
Du, Vater, du rate!
Lenke du und wende!
Gott, dir in die Hände
Sei Anfang und Ende,
Sei alles gelegt!
Ein Tag der sagt dem andern,
mein Leben sie ein Wandern
zur großen Ewigkeit.
O Ewigkeit, so schöne,
mein Herz an dich gewöhne,
mein Heim ist nicht in dieser Zeit.
Der Herr segne dich und behüte dich.
Er führe dich und die deinen zu grünen Auen,
damit ihr euch wohlfühlen und das Leben genießen könnt.
Er führe dich und die deinen zum frischen Wasser,
damit ihr euch immer wieder neu stärken könnt.
Er führe dich und die deinen auf rechter Straße,
damit ihr den richtigen Weg für euer Leben findet.
Er führe dich und die deinen nicht am finsteren Tal vorbei,
aber er führe dich hindurch, damit ihr auch gut durch diese Zeit kommt.
Und so segne und behüte dich, Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
-
Und doch ist eine Kraft im Leben,
die jedem Schillern, jedem Schweben
in ihrem Wesen Dauern gibt.
Man nennt es Chi, man nennt es Gott,
es ist das Sein-schaffende Wort,
es ist die Kraft, die ewig liebt.
Die Seele weiß in ihrer Tiefe, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Sie ahnt, dass es so etwas wie "Ewigkeit" gibt: Ein Leben ganz im Augenblick, ein Leben, in dem die Grenzen zwischen Zeit und Ewigkeit, zwischen Gott und Mensch und zwischen den Menschen aufgehoben werden.
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung
in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk
in sich.
Unterwegs sein im Leben:
Ausgebremst werden
Anhalten – Innehalten
In der Stille ausharren
Sich neu besinnen
Neuen Mut fassen
Zaghaft den ersten Schritt wagen
Erfahren, dass der Boden trägt:
Unterwegs sein im Leben
Das Glück ist kein punktuelles Ereignis. Es besitzt einen langen Schweif, der ins Vergangene reicht. Es nährt sich von all dem, was gelebt worden ist. Nicht Glänzen, sondern Nachleuchten ist seine Erscheinungsform.
Auferstehungsbäumchen --eine Hoffnungsgeschichte
Eigentlich war’s schade um das namenlose Bäumchen. In seinen besten Zeiten war es ein strahlendes grünes Topf-Bäumchen mit schönen Blättern.
Wir hatten es zum Einzug in meine Nürnberger Wohnung bekommen. Es schien ihm ganz gut zu gehen, bis es anfing im Herbst seine Blätter zu verlieren. Wir tippten auf die Heizungsluft und versuchten es mit mehr Wasser. Leider erfolglos.
Also kamen Dünger-Stäbchen zum Einsatz, es wurde umgepflanzt und alle Leute mit grünen Daumen wurden befragt. Leider ebenso erfolglos. Das Bäumchen verlor all seine Blätter, vertrocknete und landete im Kellerabteil um auf seine Entsorgung zu warten. Eigentlich schade um das Bäumchen, ich mochte es sehr.
Ich ging noch oft in den Keller, aber erst im Frühling fiel mir auf: Das Bäumchen hatte einige zarte grüne Blättchen und Triebe.
Und das, obwohl es im Kellerabteil kaum Licht gab und es nie gegossen wurde! Hatte ich mir etwas eingebildet?
Das Bäumchen also ans Tageslicht gezerrt und tatsächlich: Das totgeglaubte Bäumchen war quicklebendig und schien besser ohne unsere Hilfe zu leben. Es sah zwar etwas wilder und schwächer aus als zum Zeitpunkt des Einzugs, aber es schien ihm sehr gut zu gehen.
Mit einem kleinen Schuss Wasser stellten wir es in den Frühsommer hinaus und gaben es in den schützenden Schatten eines erfahrenen Gartenbaums. Auch die Hitze des Sommers überstand es mit seltenem Gießen.
In diesem Herbst haben wir dazu gelernt: Jetzt überwintert es weit entfernt von allen Heizungen im Hausgang. Und erinnert uns immer daran, dass totgeglaubt nicht automatisch tot ist.
Und einen Namen hat das Bäumchen jetzt auch: Auferstehungsbäumchen.
Die Seele, das Leben, entschwindet wie die Körperwärme aus dem Körper und lässt einen Leichnam zurück, weil sie zum ewigen Leben erwacht. Das Sterben geht über in ein Erwachen, das Erstarren hier verwandelt sich in die ewige Lebendigkeit dort.
Nicht trauern wollen wir, dass wir ihn verloren haben,
sondern dankbar sein, dass wir ihn gehabt haben,
ja, auch noch besitzen, denn wer in Gott stirbt, der bleibt in der Familie.
Wird sind gerettet.
Doch das auf Hoffnung hin!
Wie kann man auf etwas hoffen,
was man schon jetzt klar sieht?
Hoffen wir auf etwas, was wir nur ahnen, dann halten wir uns offen in Geduld!
Der Mensch lebt und bestehet
Nur eine kleine Zeit;
Und alle Welt vergehet
Mit ihrer Herrlichkeit.
Es ist nur Einer ewig und an allen Enden,
und wir sind in seinen Händen.
Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird. Sie gibt ihm die großen Züge, die weiten Perspektiven und zugleich das Bild einer bei allen unermüdlichen Entwicklungen erhabenen Gelassenheit.
Ein Freund ist ein Mensch, der bei mir nicht sich selbst meint, sondern wirklich mich. Der mich kennt, mein Gutes wie mein Schlimmes; mich aber so, wie ich bin, für wert und wichtig hält. Der mich liebt, und eben deshalb wahr gegen mich ist. Der mein Bestes will, aber dabei meine Freiheit in Ehren hält...
Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht.
Ich bin die tausend Winde, die wehen.
Ich bin der Diamantglanz auf dem Schnee.
Ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn.
Ich bin der warme Herbstregen.
Wenn Du aufwachst in der Morgenstille
bin ich der Flügelschlag der stummen Vögel.
Ich bin die sanften Sterne, die nachts leuchten.
Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort.
Ich bin nicht tot.
Habe ich ihr je gesagt,
dass sie Segen war für mein Leben?
Habe ich ihr genug gedankt
für die helle Spur, die sie zeichnete
in die karge Landschaft meiner Kindheit?
Sie hat mir Kosenamen geschenkt,
die mich heute noch wärmen.
Immer war ich willkommen
in dem Haus, dem sie die Seele gab.
Ich höre noch ihr fröhliches Lachen.
Es tut mir immer noch wohl.
Das größte Vermächtnis aber,
das sie mir ließ,
ist die stille Würde,
mit der sie ihre Qualen trug.
Dass ein Mensch dies vermag:
noch im Todesschatten fraglos schenkend sein.
Nicht, dass sie stark gewesen wäre von Natur aus.
Sie war eine Liebende.
Daraus allein erwuchs ihr alle Stärke.
Sie war begnadet und hat es nicht gewusst.
Das Leben ist ein Vorzimmer des Himmels. Unsere größten Freuden sind nur die ersten Früchte und der Vorgeschmack der ewigen Freude, die noch kommen wird.
"Und muss ich auch wandern durch ein finsteres Tal, ich fürchte kein Unglück, denn Gott ist bei mir", heißt es im 23. Pslam. Am Ende des finsteren Tals der Krankheit und des Todes werden wir sehen, wie es wieder Licht wird!
So viel hast du uns gegeben,
so sehr hast du uns geliebt.
So lange hast du gekämpft,
so gerne hast du gelebt.
Dein Weg zum Licht:
Wenn es möglich wäre,
würden wir dich gern ein letztes Mal umarmen
und ganz fest an uns drücken.
Wenn es möglich wäre,
würden wir dir sagen,
dass wir dich immer lieben werden.
Ist das die Heimat, dass ich suchen kann im Frieden? In Ruhe und Vertrauen und Offenheit. Dass ich es wage, unterwegs zu bleiben in Hinwendung, mein Gott, zu dir.
„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräerbrief 13,14)
Ein Mensch kann sich nicht selbst erlösen. Die Erlösung ist Gottes Werk. Sie ist vollständig abgeschlossen. Der einzelne Mensch braucht sie nur noch anzunehmen.
Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen;
man muss es einfach aushalten und durchhalten.
Das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,
bleibt man durch sie miteinander verbunden.
Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus;
er füllt sie gar nicht aus,
sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt,
und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander
– wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren.
Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung
in eine stille Freude.
Man trägt das Vergangene Schöne nicht mehr wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer, Brief an Renate und Eberhard Bethge, Gefängnis Berlin-Tegel an Heiligabend 1943
Wir legen unsere Verstorbenen
zurück in die Erde, aus der sie geschaffen wurden.
So, wie im Winter ein Samenkorn unter dem Schnee ruht,
so sammelt ihre Seele nun Kraft für eine neue Blüte.
Ein warmer Frühlingsmorgen
wird sie zu neuem Leben erwecken
durch Gottes Liebe.
"Wenn du denkst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her."
Naiv klingt das und schlicht,
aber das ist es letztlich nicht.
Für diese Welt stimmt es nicht immer,,
für manchen kommt es ständig schlimmer.
Das ist einfach nicht gerecht.
So oft geht es den Guten schlecht.
Und dann verschwimmen schlecht und gut,
und manchen Frommen packt die Wut …
Und trotzdem glaub ich tief und fest
dass das noch nicht das Ende ist.
Das Licht ist da, es scheint für dich,
das glaub ich, dafür bete ich.
"Am Ende wird alles gut.
Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende."
Ich glaube an das Happy End.
Mögen sich auch Leid und Tod, Katastrophen und Apokalypsen abspielen, ich vertraue darauf, dass am letzten End' alles gut wird.
Alles wird gut aufgehoben sein bei dem, der am Anfang alles ins Leben gerufen hat.
Diese Hoffnung tröstet mich über schon geschehene und bevorstehende Abschiede hinweg.
Sobald wir alle unsere Arbeiten auf dieser Erde erledigt haben, ist es uns erlaubt unseren Leib abzuwerfen, welcher unsere Seele, wie ein Kokon den Schmetterling, gefangen hält. Wenn die Zeit reif ist, können wir unseren Körper gehen lassen, und wir werden frei sein von Schmerzen, frei von Ängsten und Sorgen, frei wie ein wunderschöner Schmetterling, der heimkehrt zu Gott.
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu beschützen gegen Gefahren von links und von rechts.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst, um dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
Aufrichten
Als die beiden Neuen sich bewarben ums
Engeldasein, sagte Gott: "Da unten, da sind
zwei Halme. Sie sind geknickt. Ihr wollt
Engel sein, also richtet sie auf."
Die beiden blickten ratlos hinab. "Haben wir
Hilfsmittel?'", fragten sie.
"Alle Welt", antwortete Gott.
Der Erste begann mit Engelszungen zu reden.
Er lockte, drohte, schmeichelte, scherzte,
tröstete, argumentierte, dozierte - doch es
half alles nichts. Sein Halm blieb geknickt.
"Keine Chance", winkte er ab, "er will nicht.
Ich habe alles versucht."
Aber der andere lieh sich die Wärme der
Sonne und ihre Strahlen richteten den Halm
auf. Ganz ohne Mühe.
Es handelt sich darum,
alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages in
die Antwort hinein.
Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Kopf fliegen. Aber dass sie Nester in deinen Haaren bauen, das kannst du schon verhindern!
Wenn ich in mir ein Verlangen entdecke, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, dann ist es naheliegend, dass ich für eine andere Welt geschaffen wurde.
Sei gefasst darauf, dass die Trauer manchmal auch in hellsten Sommerstunden bei dir vorbeikommt. Schick sie nicht weg, leg dich ins Gras, schau in den Himmel und überlege, was sie dir sagen will.
Es geschieht,
dass eine kleine Seele die Erde nur streift,
Ihr Ankommen und Gehen fallen in eins.
Ihr kurzes Verweilen ist nicht umsonst,
denn sie verändert die Erde.
Sie hinterlässt Spuren
in den Herzen derer,
die sie erwartet haben.
Mögen diese Spuren
in die Zukunft führen.
"Was kann, wenn man nahe dran ist, diese Welt zu verlassen, tröstender sein, als zu sehen, daß man nicht umsonst gelebt habe, weil man einige, wenngleich nur wenige, zu guten Menschen gebildet hat!"
Aus der Finsternis wird Tag.
Tau fällt, um das Licht zu schmücken.
Sonne steigt und Lerchenschlag,
meinen Morgen zu beglücken.
Lobgesang durchströmt die Welt.
Du hast mich ins Licht gestellt.
Die Axt ist schon an den Stamm gelegt.
An meinen Stamm.
Gott, wie soll ich weiterleben -
mit dem Verlust, mit der Einsamkeit?
Mit den Fragen, den bohrenden,
den zersetzenden.
Die Axt ist schon an den Stamm gelegt.
Werde ich fallen? Wann?
Die Axt ist schon an den Stamm gelegt.
Dieser hier steht noch,
vernarbt, gezeichnet,
weiter gewachsen.
Regen
Weiß nicht, wo unsere Wege geh'n,
weiß nicht, wo wir uns wieder seh'n,
Es war so schön, dich zu umarmen,
zu spüren deinen Leib, den warmen.
In's holde Antlitz dir zu seh'n,
zu fühlen, wie es dir mag geh'n.
Dein Kleid und Haar im Winde weh'n,
mein Lieb, wie bist du wunderschön.
Ich nehme dich im Herzen mit,
du bleibst mein Lieb auf Schritt und Tritt.
Dein Blick, dein Gang, dein Duft, dein Wort,
die sind auf immer von mir fort.
Du fehlest mir, der Schmerz bleibt mein,
ich heimlich eine Träne wein'.
Der Regen schickt sie zu dir hin,
damit ich ewig bei dir bin.
Die Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15) ist eigentlich kein klassischer Beerdigungstext. Aber am Ende wird sie es doch: Der Sohn ist von zu Hause weggegangen, traut sich kaum nach Hause, hat Angst, dem Vater zu begegnen. Aber der macht die Arme auf und sagt: "Schön, dass du da bist". Möge ein liebender Gott genau so sein - wartend und mit offenen Armen.
Dr. Andreas Lange (Bild: Dino Reichmuth auf www.unsplash.com)
Gott hat mir erlaubt, auf den Berg zu steigen und ich habe das gelobte Land gesehen. Deshalb bin ich glücklich, heute abend, ich mache mir keine Sorgen und fürchte nichts. Meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen.
Mine eyes have seen the glory of the coming of the Lord.
Die letzten öffentlichen Worte vom Martin Luther King, bevor er am Folgetag ermordet wurde.
Es gibt jemand, die die Wolken antreibt – und sie ziehen weiter.
Es gibt jemand, der das Wasser spiegelglatt poliert – und die Wellen fließen weiter.
Es gibt Musik, die das Herz weit macht und die Seele froh – und die Töne verhallen.
Es gibt Schmerz, der zur kostbaren Erinnerung wird – und die Liebe bleibt.
Möge Gott dich behüten, in diesem Leben und im nächsten,
möge Gott dir nahe sein in Ruhe und im Sturm
und dann, wenn die himmlischen Posaunen die Ewigkeit ausmalen.
An seinem letzten Tag wurde der frühere US-Präsident George Bush von Familienmitgliedern und engen Weggefährten begleitet, darunter James Baker, zur Zeit der deutschen Vereinigung US-Außenminister. Bush hatte seit Tagen im Bett vor sich hingedämmert, nicht mehr gegessen. In einem kurzen Moment, erzählte Baker, habe der Ex-Präsident die Augen weit aufgerissen und gefragt: „Wohin gehen wir, Baker?“ Antwort des ehemaligen Chef-Diplomaten: „Wir gehen in den Himmel.“ Bushs Replik: „Da will ich ich hin.“ 13 Stunden später - am 30. November 2018 - war George Bush tot.
Dr. Andreas Lange (Bild: Von Autor unbekannt - https://www.archstl.org/obituary-president-george-hw-bush-3413 (archive), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=88845447
„Was man von der Minute ausgeschlagen, / Gibt keine Ewigkeit zurück“ sagt Friedrich Schiller in einem Gedicht mit dem Titel „Resignation“. Ewigkeit, das Donnerwort, ist nicht im mindesten Vertröstung auf ein ausgleichendes Jenseits. Ewigkeit, die die Bewahrung des milliardenfach Einmaligen verheißt, verschärft die Bedeutung der Gegenwart.
Gleich, wie lange das eigene Leben oder das anderer währt, es ist „köstlich“ und aller ehren-wert. Irgendwann kommt jede persönliche Biographie zu ihrem irdischen Ende – erfüllt, verfrüht, nach langem Leiden. Ein endgültiges Aus ist das nach christlicher Auffassung nicht. Denn: Wenn man nicht für immer lebt, dann wenigstens für ewig.
Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
"Ich sollte auch weiterhin nach Erkenntnissen suchen, Neues lernen und dogmatische Positionen vermeiden. Möge ich eine Quelle der Erfahrung sein, um die Probleme des Lebens zu lösen oder eine Mittlerrolle einzunehmen. Ich sollte es unterlassen, einen unangemessenen Anteil an Ressourcen in Anspruch zu nehmen und andere unverhältnismäßig zu belasten. Ich sollte mich und andere Menschen auf meinen Tod gut vorbereiten. Möge ich mich dabei in Ausgeglichenheit, Würde und Frieden auf ihn einstellen. Ich sollte Land und Leute besser zurücklassen, als ich sie ursprünglich vorgefunden habe."
Das hat sich der Gerontologe James Birren für sein eigenes Älterwerden vorgenommen. Und - ja! - das hat er dann auch getan. So widmen wir diesen Gedanken allen Verstorbenen, die uns dadurch bereichert haben, dass sie eine ähnliche Lebensbilanz aufweisen können.
Tod bedeutet gar nichts.
Ich bin nur nach nebenan verschwunden.
Ich bin ich und du bist du.
Was immer wir füreinander waren, das sind wir noch.
Nenne mich bei dem alten vertrauten Namen.
Sprich von mir, wie du es immer getan hast.
Ändere nicht deinen Tonfall.
Zwinge dich nicht zu aufgesetzter Feierlichkeit oder Traurigkeit.
Lache weiterhin über die kleinen Scherze, an denen wir gemeinsam Spaß hatten.
Spiele, lächle, denke an mich, bete für mich.
Lass meinen Namen weiterhin so geläufig sein, wie er immer war.
Sprich ihn unbekümmert aus, ohne die Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet all das, was es bisher bedeutete.
Es ist genauso wie immer.
Es geht uneingeschränkt und ununterbrochen weiter.
Ist der Tod nicht nur ein unbedeutender Zwischenfall?
Warum sollte ich vergessen sein, nur weil du mich nicht mehr siehst?
Ich warte einstweilen auf dich, ganz in der Nähe, nur um die Ecke.
Alles ist gut.
Es ist jedes Jahr wieder wie ein Wunder, wenn aus dem trockenem Grund der Erde solch kleine bezaubernde Kunstwerke wachsen, die mich in Entzückung versetzen! Dann atme ich auf und alles ist gut!
wenn du das fenster
zum himmel öffnest
nur ein kleines stück
das schaffst du
auch ohne fremde hilfe
am besten heute noch
oder jetzt gleich
damit das licht hereinkommt
und dich wärmt und nährt
und die luft
dir wieder klare sicht verschafft
das reicht für heute
und vielleicht
für ein ganzes leben
Die Anleitung zum Sterben ist in der Tat dieselbe, wie die Anleitung zum Leben: Je mehr man sich des Verlangens nach Besitz in all seinen Formen und besonders seiner Ich-Gebundenheit entledigt, umso geringer ist die Angst.
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
"Es gibt keinen Tod", ist sich die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross sicher. Nachdem sie ihr ganzes Forscherinnenleben der Begleitung Sterbender gewidmet hat, ist sie sich sicher: "Sterben ist nur ein Umziehen in ein schöneres Haus."
Mich lässt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe. Ist es doch so wie mit der Sonne: Wir sehen sie am Horizont untergehen, aber wissen, dass sie "drüben" weiter scheint.
Freigeister sind nicht in sich selbst frei. Sie werden zu freien Geistern, indem sie nicht auf sich bestehen. Erst dann werden sie fähig, die Stimme der Toten zu hören, die Stimme der lebenden Mitmenschen, die Stimme der Natur und die Stimme Gottes.
Es war ganz still.
Der Wind sang, kaum hörbar, ein Lied,
die Amseln, die Rosen, der Tau –
alles glänzte im Morgenlicht.
Vergessen waren die bösen Träume,
der Schrei der Eule,
das fahle Licht des Mondes.
Vergessen war die Nacht.
Es war Morgen geworden, ein neuer Tag,
rein, reich an Gelegenheiten.
Ich strecke ihm beide Arme entgegen,
freudig, neugierig, weiß, ich darf hoffen.
Und glauben darf ich: dies ist mein Tag.
Psalm 23 für Trauernde
Du bist der Hirte der Weinenden,
ich kenne die Not,
aber du bist bei mir.
Ich vertraue darauf, dass du mich auf grüne Wiesen führst
und meinen Durst nach Hoffnung stillst.
Es ist dunkel geworden in meinem Leben,
und ich suche deine Hand,
die mich durch diese Schlucht der Todesschatten begleitet.
Ja, ich habe große Angst vor jedem neuen Tag.
Ich fühle mich klein und schwach und brauche dich.
Es gibt Menschen, denen ist mein Leid zu schwarz
und mein Weg zu lang,
da tut es gut,
deine Geduld zu kennen.
Bei dir darf ich klagen, so lange ich will.
Ich glaube im Tod
wieder an das Leben.
Niemals kann ich herausfallen
aus deiner Umarmung, mein Gott,
dafür danke ich dir.
Amen
Aus: Cornelia Elke Schray, Meine Trauer gebe ich in deine Hand, Rauhes Haus Hamburg
Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei, jawohl mein Schatz es ist vorbei... Im Lied von Stephan Remmler geht es um das Ende einer Beziehung und einer Liebe.
Alles hat ein Ende. Besonders merke ich das, wenn ich am Friedhof stehe und beerdige. Dann wird mir selber wieder klar, wie endlich unser Leben ist. Manchmal geht es ganz schnell und überraschend vorbei.
Der Friedhof ist der Ort des endgültigen Endes: Abschied nehmen - für immer.
Als Christ glaube ich, dass auch am Friedhof kein endgültiger Abschied stattfindet. Denn als Christen vertrauen wir darauf: Das Leben geht mit dem Tod nicht zu Ende. In der Bibel sagt Jesus: "Ich bin die Auferstehung und das Leben! Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben – in Ewigkeit nicht."
"Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt." Das hört sich paradox an und ist doch die wichtigste Aussage des christlichen Glaubens: Wir bleiben auch über den Tod hinaus mit Gott verbunden und leben auf diese Weise weiter. Denn die Beziehung zu Gott hört nie auf. Auch durch den Tod nicht.
Alles hat ein Ende - nur die Beziehung zu Gott nicht.
Mit dem Tod geht es zu, wie mit einem Kind, das aus der kleinen Wohnung, nämlich seiner Mutter Leib, mit Gefahr und Schmerz hineingeboren wird in diesen weiten Himmel, den wir Erde nennen. Genauso verlässt der Mensch dieses Leben im Tode auch wieder. So wie der Himmel und die Erde, die wir jetzt vor Augen haben, uns groß und weit erscheinen, so wird uns doch gegen den zukünfitgen Himmel alles viel enger und kleiner erscheinen.
Ich möchte nicht alleine leben,
Ich möchte nicht alleine sterben,
Ich brauche dich, deine Nähe, deine Worte, deine Gedanken, deine Liebe, deine Hand, die die meine drückt, deinen Duft, an dem ich mich nicht satt riechen kann, deine zärtliche Haut, die mir deine Wärme schenkt, deine wohltuende Stimme, die es mir im Rücken kribbeln lässt, ich brauche dich!
Vor meine eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nahe sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich totentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr,
- Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tode den stribt man nur,
doch mit dem Tod der andern muss man leben.