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Markus war der Sohn
einer Stammkundin,
mit der ich auch privat Kontakt pflegte
inklusive gegenseitiger Besuche.
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Markus schrieb als Journalist
für den Tagesspiegel,
war bekannt für
fundierte Wirtschaftsporträts.
Am Sonntag, dem 13.10.1991
erschien sein Artikel
„Ein Modeschöpfer für Mollige
- Frank Döring näht für Frauen
mit Rubensfigur“
mit Foto und Wörtern
wie „überdimensionales Puppenhaus“
als Beschreibung der Ladenräume.
Er war auch der Wortschöpfer
für „bonbonfarbene Oma-Sofas“.
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Markus war sehr ernsthaft,
sehr konzentriert,
fokussiert und fast
zurückhaltend schüchtern.
Der Artikel brachte neue Kundschaft
aus dem Westteil Berlins,
für die so ein verrückter Laden im Osten
einen Besuch wert war.
Wolf Egbert Näumann kam so zu mir.
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Markus Endruilat starb
Anfang 1996 an AIDS.
Diese Pandemie zog damals
ihre grauenvollen konzentrischen Kreise
um den Erdenball.
Stumm. Beängstigend. Bedrohlich.
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1997 war ich zurück aus Jahren
Mauritius-Indien-Ashram-Goa,
den endlosen Weiten des Planeten
und erfuhr von Markus Tod.
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Ich kann kaum benennen
wie sehr es mich jungen Mann
erschreckte und kaum
wie schmerzhaft die Tränen
von Markus Mutter Sylvia waren
hinten im Raucherraum
des neuen Ladens
als sie versuchte, mir detailliert
von seinem Sterben zu erzählen.
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35 Jahre vergangen
und der Artikel von Markus
steht wie ein Leuchtfeuer im Archiv.
30 Jahre vergangen
und ich habe nie aufgehört
an Markus zu denken.
✧ Markus ich danke Dir. ✧
Ob deine Mama noch bei uns ist
weiß ich nicht.
Sie änderte ihren Nachnamen,
zog in den Norden, Bremen vielleicht …
♡
in Liebe
Frank der Pfadbereiter®
- Archiv der Menschlichkeit -
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Hinweis Archiv:
Z-29 · 13.10.1991 Tagesspiegel
- Nr. 14 000 Seite 15 oben
Journalist: fritz / Markus Endruilat
Bericht über Frank Döring
und den Modeladen „Big Mama“
Screenshots von:
02. 1FD091709_0 Clip ab 00:01:11
[Anm.: Das genaue Geburtsjahr
von Markus Endruilat konnte bislang
nicht ermittelt werden.]